Sie befinden sich hier: StartUnternehmenPresse

< Leder ist nicht gleich Leder
08.04.2016 09:54 Alter: 2 yrs
Rubrik: Pressemitteilungen
Von: Christian Göttner

Der Schreibtisch von …

Matthias Kurth, Geschäftsführer Kurth Manufaktur Braunschweig


Der Schreibtisch von Matthias Kurth

Braunschweig-Rautheim. Eine Werkstatt und ein imposanter Showroom – ein Präsentierteller vieler lederner und fellgepolsterter Möbel, die die Kurth  Manufaktur in Eigenproduktion anfertigt. Sofas, Teppiche, Sessel, Cocktailstühle, Wände und Taschen aus Leder und Fell so weit das Auge reicht. Doch „Leder ist nicht gleich Leder“, wird man in diesen Räumen schnell gewahr, lauscht man Inhaber Matthias Kurth, der in den Achtzigern als Autodidakt auf das Fertigen von Lederwaren umsattelte. Dem gelernten Elektriker gelang zur Jahrtausendwende der Durchbruch. Angefangen hat er als Produzent von Lederwaren wie Portemonnaies, die er auf Märkten verkaufte. Auf einer Messe, auf der er ursprünglichseine selbstentworfenen Taschen  vorstellen wollte, entdeckten die Besucher einen seiner Kuhfellteppiche, den er in Ermangelung eines Messebodens ausgelegt hatte. Dieser Teppich war der Beginn einer Erfolgsgeschichte mit weltbekannten Auftraggebern: „Der Möbelhersteller Thonet hat uns damals gefragt: Wenn Ihr Kuhfellteppiche machen könnt, könnt Ihr dann auch Kuhfell verpolstern?“, erzählt Matthias Kurth rückblickend. Und so war er an der Neuauflage von Thonet- Klassikern wie den Freischwinger 411, 412 und 430 beteiligt, die im Jahr 2005 auf der internationalen Möbelmesse in Köln (IMM) zu sehen waren. Stolz zeigen er und seine Frau die Firmenbroschüre mit dem von Thonet in Auftrag gegebenen und in Eigenregie gebauten und gepolsterten Bugholzsofa sowie weitere Kreationen.

Fell und Leder beziehen der fleißige Braunschweiger und seine schlagfertige Frau meist von hiesigen Produzenten aus Reutlingen oder dem Weserbergland. Zum Kuhfell kamen sie durch die BSE-Krise in den 90er Jahren, da Leder damals rar war. „Kuhfell- und Lederteppiche gestalteten wir damals schon geometrisch und in Rahmen eingefasst – das war unser Alleinstellungsmerkmal“, so der Inhaber.  Mittlerweile besteht ein Großteil seines Arbeitstages aber auch aus dem Polstern, der Aufarbeitung und Farbauffrischung von Leder- und Fellmöbeln, -böden und -wänden. Auch für Unternehmen wie Marco Polo, Manufactum und VWs Messezentrallager arbeitet das Braunschweiger Handwerksunternehmen seit vielen Jahren. Dabei wollen sie vor allem gesellschaftlichen Trends wie dem subjektiven Ausdruck durch Individualisierung gerecht werden und auf Möbel übertragen. „Sie können bei uns maßgeschneiderte Möbel bestellen und alles vom Material bis hin zur Höhenverstellbarkeit entscheiden“, stellt Kurth fest und zeigt uns Musterpaletten. Was nicht mehr in den Showroom passt, integrieren er und seine Frau gerne in ihr Zuhause. Dass die Möbel und Teppiche robust sind, beweist deren täglicher Einsatz bei Kindern und Hund. Letzterer begleitet den Gang in die aufgeräumte Werkstatt aufmerksam mit. Auf die Frage, wie viele Tiere man für einen Teppich oder Sofa benötigt, antwortet Matthias Kurth trocken: „Die Haut einer europäischen Milchkuh hat bis zu sechs Quadratmeter, jedoch muss man mit 30 bis 50 Prozent Verschnitt rechnen. Bei einem neun Quadratmeter-Teppich benötigt man schnell bis zu neun Kühe.“ Zusätzlich fertigt und polstert die Firma auch aus textilen Stoffen –  beispielweise Outdoor-Möbel. Im Mai 2016 planen die Kurths die Einweihung des neuen Firmenzuhauses, samt Showroom. Bis dahin ist noch jede Menge zu tun.

--------------------------------------

Den original Artikel aus "Standort38" finden Sie unter folgendem Link als PDF-Download: